Posts mit dem Label Bücher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bücher werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 9. Mai 2025

The Devils - Die Teufel sind los

Ab 14. Mai steht er im Buchhandel: der neue Joe Abercrombie! Dieses Mal in einem alternativen Mittelalter verortet und mit einem köstlichen Cast gesegnet: ein untoter Kreuzritter, ein narzisstischer Nekromant, eine Werwölfin mit mangelnder Impulskontrolle, ein Vampir mit perfekten Manieren und einer Fleischklößchenfixierung, eine Elfe, die einfach nur dazugehören möchte, und ein Mönch, der von einem schönen ruhigen Verwaltungsposten träumt und stattdessen leider die oben genannte gemischte Raubtiergruppe dazu bringen muss, eine Straßengöre, die als falsche Prinzessin posiert, irgendwie von Rom nach Troja zu bringen.
Die Übersetzung war ein Fest - und dass dieses Buch jetzt in so einer schönen Aufmachung erscheint, als Hardcover mit goldenen Umschlagklappen, Illustrationen und edlem Papier, freut mich ganz besonders.

Donnerstag, 9. Juni 2022

A Tale of Blood and Darkness


Frisch eingetroffen - Jay Kristoffs "Das Reich der Vampire", Erster Teil, das den Untertitel "A Tale of Blood and Darkness" absolut zu recht trägt. Und einmal davon abgesehen, dass mir seine Helden beim Übersetzen im letzten Jahr alle so ans Herz gewachsen sind, hat dieses Hardcover neben den tarotkartentauglichen Illustrationen ein samtweiches Papier mit toller Haptik und ist ein eindrucksvolles Argument für "richtige" Bücher - der 1020 Seiten zum Trotz, die man im E-Reader natürlich leichter stemmen könnte. Aber wie heißt es so schön: Keine Schönheit ohne Gefahr.

Donnerstag, 16. September 2021

Umfangreich und blutig


Wenn man, wie in meinem Job inzwischen üblich, mit digitalen Vorlagen arbeitet, dann weiß man zwar theoretisch, dass 720 Seiten eine Menge Stoff sind, aber wieviel das wirklich ist, das erkennt man eigentlich erst, wenn das "richtige" Buch da ist. 720 Seiten. Kleingedruckt. Mit großartigem Cover und sehr schönen Abbildungen plus - wie sich das für Phantastik gehört - Kartenmaterial. Ein Schmuckstück - und Arbeit für fünf Monate ...

Mittwoch, 24. April 2019

Wilder Ritt durch die Galaxis


Gerade erschienen: Catherynne M. Valentes "Space Opera". Meet Decibel Jones and the Absolute Zeros, abgehalfterte Glitterpunk-Veteranen und Vertreter des Planeten Erde beim metagalaktischen Grandprix, in einer großartig rasanten, aberwitzigen Geschichte, an der Douglas Adams seinen Spaß gehabt hätte. Übersetzungstechnisch eine meiner bisher größten Herausforderungen, aber man muss ja hin und wieder mal aus der eigenen Komfortzone raus und sich mit schwarzen Löchern, Zombie-Aliens, genderdiversen Zeitreisenden, Boyfracks und Girlfrauds beschäftigen, um was dazuzulernen ...

Mittwoch, 3. April 2019

Nominierung

Große Überraschung: Mit meiner Übersetzung für Jasper Ffordes "Eiswelt" bin ich in diesem Jahr nominiert für den Kurd-Lasswitz-Preis, dem Literaturpreis zur deutschsprachigen Science-Fiction-Literatur, der alljährlich von den SF-Schaffenden in Deutschland, Österreich und der Schweiz vergeben wird.


Tatsächlich war "Eiswelt" ein kniffliges Projekt - das begann schon mit Ffordes Wunsch, dass das Geschlecht der Hauptfigur möglichst unbestimmt bleiben sollte. Aber seine Parallelwelt, ein eiszeitliches Wales, dessen Bewohner Winterschlaf halten, bot großartige Möglichkeiten zum Nebenschöpfertum, zum Nacherfinden von Wörtern und Begriffen, und war ungeachtet des Umstands, dass der Text über eine Welt der Minusgrade, Schneestürme und Frostschäden ausgerechnet im heißesten Sommer Norddeutschlands fertig werden musste, für mich eine Herausforderung, die vom ersten bis zum letzten Tastaturanschlag Spaß machte.
Eines der Bücher, das ich voller Begeisterung gelesen hätte, wenn es mir nicht von Berufs wegen begegnet wäre, und das mir wieder einmal das Gefühl gab, den besten Job der Welt zu haben.


Sonntag, 24. September 2017

Inspiriert von Jay Kristoffs Nevernight: Übersetzergedanken

Mein Essay zum Übersetzeralltag in der Phantastik stand lange Zeit auf der Webseite von Tor Online. Da es inzwischen dort aktuelleren Beiträgen weichen musste, folgt es hier jetzt nicht nur als Link, sondern in voller Länge. (Update Juni 2024)

Übersetzeralltag:
Phantastische Freunde und wo sie zu finden sind

Eine sechzehnjährige Assassine, die kurz vor ihrem Aufbruch ins Abenteuer einen Stricher für ihr erstes Mal bezahlt. Eine Schattenkatze, die keine Katze ist, aber in berührender Symbiose mit der Assassine lebt. Ein abgehalfterter Henker, beinahe bemitleidenswert, der hinterrücks und gnadenlos vom Leben in den Tod befördert wird. Und eine Stadt aus Brücken und Gebein, die noch nicht weiß, dass sie so genannt werden wird, weil es noch keine deutsche Ausgabe von Jay Kristoffs Nevernight gibt, als ich das Manuskript in meine Übersetzerfinger bekomme. In sehr kribblige Übersetzerfinger, denn so viel weiß ich schon nach dem Probelesen des ersten Kapitels: Nevernight ist einer dieser Glücksfälle, die für jemanden meiner Profession einen aufregenden Dreimonatstrip zu Orten versprechen, an die man immer schon reisen wollte, obwohl man von ihrer Existenz bis dahin gar nichts wusste – noch dazu in der Gesellschaft faszinierender Wesen, die man erst im Lauf der Ereignisse richtig kennen lernen wird.
Nun gilt das Übersetzen an sich ja nicht gerade als Beruf mit hohem Action-Potenzial. Man setzt sich morgens vor den PC, klappt die Buchvorlage auf und tippt; die aufregendste Begegnung des Tages, den man zumeist allein am Schreibtisch verbringt, ist dann vielleicht der Paketbote, der eine Sendung für den Nachbarn abgibt. Und der weiß wahrscheinlich nicht, dass die Frau, die ihm die Annahme quittiert, gerade aus dem Hauptquartier eines wahrlich blutigen Geheimbunds kommt und magische Rituale zur Verwandlung menschlicher Körper mitangesehen hat, aber so ist es nun einmal: Die besten Abenteuer finden zwischen zwei Buchdeckeln statt. Und wenn man schon beim Lesen in eine andere Welt entführt wird, dann lässt man sich beim Übersetzen noch intensiver auf eine Geschichte ein – zwangsläufig, denn man muss sich mit den einzelnen Szenen, Personen, Landschaften detailliert beschäftigen, um ihnen in der eigenen Sprache gerecht werden zu können.
Übersetzungen phantastischer Literatur sind gerade in dieser Hinsicht besonders anspruchsvoll. Und gleichzeitig auch besonders befriedigend. Schließlich kann man nur zum Teil auf eine vorhandene Terminologie zurückgreifen, je nachdem, wie sehr der Autor sich an historischen Epochen oder Gesellschaftsformen orientiert. Je eigenständiger und detailreicher die phantastische Welt aber ist, und je beziehungsreicher der Autor seine Namen und Begriffe gewählt hat, desto mehr kann und muss man sich beim Übersetzen als Nebenschöpfer betätigen. Das funktioniert – zumindest bei mir – stets umso besser, je tiefer ich in die Geschichte, die Welt, die Beziehungen der Figuren eintauchen kann.
Kristoff macht es mir leicht. Er versieht seine Geschichte mit einem ausgefeilten religiösen, sozialen und historischen Überbau, und in unzähligen Fußnoten erzählt er Anekdoten über legendäre itreyanische Wirtshäuser oder berichtet von politischen Ereignissen, die zwar für die Handlung nicht entscheidend sind, aber seinen Kosmos aufschlussreich beleuchten. Für mich, die ich gerne in den Welten gewesen bin, für die ich deutsche Worte finden muss, ist das ein herrlicher Luxus. Ebenso wie die Tatsache, dass Kristoffs dynamischer, teilweise ironisch distanzierter Stil es leicht macht, sich an die Fersen der jungen Mia Corvere zu heften und mit ihr von Itreya ins alte Ashkah zu ziehen, Akolythin einer geheimen Assassinenschule zu werden, auf Blutwanderung zu gehen und die symbiotische, nicht ganz ungefährliche Beziehung mit der Katze aus Schatten zu erleben.
Rein professionell funktioniert das Übersetzen natürlich auch ohne das „Dagewesensein“. Für knifflige Eigennamen, Wortspiele, die richtige Sprachebene zwischen einzelnen Figuren lässt sich durch kühle Überlegung auch immer eine Lösung finden. Nur macht es selbstredend viel mehr Spaß, wenn man sich in der Gottesgraber Gesellschaft so zuhause fühlt, dass man sich ganz und gar vom eigenen Schreibfluss mitreißen lassen kann. Wenn man beim Tippen den Atem anhält, weil Mia und die Nicht-Katze zum ersten Mal auf dramatische Weise getrennt werden, und auch spät am Abend weiter übersetzen muss, weil man die beiden nicht eine ganze Nacht lang ohne einander zurücklassen kann. So etwas ist man seinen Freunden schließlich schuldig.
Seinen Freunden? Na gut, es mag ein wenig bizarr klingen, aber über die zehn, zwölf, vierzehn Wochen, die eine Übersetzung meist dauert, entsteht im Idealfall tatsächlich ein starkes Band zu den Figuren. Immerhin beschäftigt man sich den ganzen Tag lang mit ihnen, überlegt, wie sie sich ausdrücken, wie ihr Verhältnis zu anderen Protagonisten ist, wie sie in bestimmten Situationen aussehen mögen, und dann ist es wie im richtigen Leben: Zusammenarbeit macht mehr Spaß, wenn man sich sympathisch ist. Schwierig wird es hingegen, wenn man auch im zwanzigsten Kapitel des aktuellen Buchprojekts zu der klischeehaft zickigen Hohepriesterin ebenso wenig eine Beziehung aufgebaut hat wie zu dem klischeehaft edlen Prinzen, der gerade vom Thron gestoßen worden ist. Sich dann am frühen Morgen bei der ersten Tasse Kaffee dazu zu motivieren, jetzt nicht erst mal ein Stündchen Facebook zu checken, sondern sich wieder mit den beiden Langweilern auf die Jagd nach einer Horde magischer Unholde zu begeben, ist dann nicht immer so einfach.
Bei Nevernight wächst die Vokabelliste schnell. Zwischen Wahrdunkel, Schattenzeug, Grabgebein, Markgeborener, Nimmernacht und Dunkelinn nimmt das Leben in der Republik von Itreya nach und nach eine deutschsprachige Gestalt an. Manche Ausdrücke kommen wie von selbst und klingen von Anfang an „richtig“. Andere entwickeln sich langsam; der Weg von „darkin“ zu „dunkelinn“ war länger, als sich auf den ersten Blick vermuten lässt. Schon nach dem ersten Spaziergang durch Mias Geburtsstadt Godsgrave ist offensichtlich, dass der Name Programm ist und die Silhouette der Stadt von den Gebeinen eines gestürzten Gottes bestimmt wird. Klar also, dass die Ortsnamen nicht aus dem englischsprachigen Original übernommen werden können, sondern übersetzt werden müssen: Rippen, Rückgrat, Schwertarm oder auch Schamgegend, wie passenderweise das Armenviertel genannt wird.
Wie gut die deutschen Begriffe tatsächlich alle funktionieren, wird sich dann in einigen Jahren zeigen, wenn auch der dritte Band von Mias Geschichte erschienen ist. Denn das ist eine weitere kleine Fußangel bei den oft als Mehrteiler konzipierten Phantastik-Romanen: Man arbeitet als Übersetzer über lange Strecken an einem Text, den man noch nicht in seiner Gesamtheit kennt. Und dann kann es eben sein, dass man es – wie ich weiland bei Joe Abercrombies Klingen-Reihe – für einen Geniestreich hält, den Krieger Shivers nach langem Hin und Her auf Deutsch „Espe“ zu taufen. Um dann, wenn „Espe“ in Band vier eine tragende Rolle bekommt, vor dem Problem zu stehen, dass alle Naselang Zitter-Witze gemacht werden, die sich nun nicht mehr so einfach übertragen lassen. Oder wenn man im längst veröffentlichten „Königsschwur“ die Gottheit auf Deutsch mit einem männlichen Artikel versehen hat, um im Folgeband zu erfahren, dass sie bedeutungstragend weder eindeutig männlich noch weiblich ist. Tja. Blöd gelaufen.
Bei Nevernight habe ich auf meinen Risiko-Radar vertraut und mich bei Kristoffs kryptischer Ankündigung „one beneath the three, to raise the four, free the first, blind the second and the third“ vorsichtshalber gleich an den Meister selbst gewandt. Was sich dann schon allein wegen der Abwesenheitsmail, die ich zunächst erhielt, gelohnt hat: „Im Augenblick bin ich in den USA auf Tour, aber ich melde mich so schnell wie möglich – falls ich nicht im Knast gelandet bin, weil ich irgendwo einen Fernseher aus dem Fenster geworfen habe, was ich definitiv irgendwann noch einmal tun will.“ Ein paar Tage später verriet er mir dann die männlichen und weiblichen Zuordnungen seiner Prophezeiung, und wir haben außerdem vereinbart, für den Fall einer gemeinsamen Lesereise in Deutschland zusammen den Rockstar raushängen zu lassen und einen Fernseher zu killen.
Weil man manchmal über phantastische Freunde auch echte findet.

Donnerstag, 3. August 2017

Nevernight - Die Prüfung

Eines meiner schönsten Projekte der letzten Zeit: Nevernight - Die Prüfung von Jay Kristoff, in wunderschöner Hardcover-Ausführung mit geprägtem Schutzumschlag, Landkarten und passend blutrotem Schnitt.

Dienstag, 11. Juli 2017

Zurück in Itreya

Noch ist nicht einmal Band 1 von Jay Kristoffs grandiosem Nevernight in Deutschland erschienen, da geht es für mich schon mit Band 2 weiter - mit "murder and revenge and occasional lashings of tastefully written smut", wie schon der vierte Satz verspricht. Wer könnte dem widerstehen.
Gut Wende euch, edle Freunde ...



Mittwoch, 10. August 2016

Fantas-Musica




Perfekter Übergang: Auf das Update der AC/DC-Bibel von Durieux und Engleheart folgt ab sofort Jay Kristoffs grandioses "Nevernight", das schon allein wegen seiner fantasykitschfreien Detailfülle herausfordernde Ansprüche ans Nebenschöpfertum stellt. Ein Fest für den Übersetzer.



Dienstag, 13. Oktober 2015

20 Jahre Buchmesse, 20 Jahre Hannibal Verlag


1995 gab mir ein netter Kollege bei der Agentur, für die ich damals arbeitete, eine Karte für die Frankfurter Buchmesse. Nur mal so zum Gucken. Damals war ich vollauf damit beschäftigt, Britpop-Bands und Gothicrocker zu interviewen und mir nachts die Zeit mit der Übersetzung und Synchronisation von Lufthansa-Bordnachrichten um die Ohren zu schlagen. Dass ich bei meiner ersten Messe auf den Hannibal Verlag aufmerksam wurde, war dann der auffälligen Farbgestaltung der Lou-Reed-Biografie von Victor Bockris zu verdanken. Am Stand kam ich mit Erika Azderball ins Gespräch, die mit ihrem Mann den Verlag damals leitete, ein paar Tage später schickte ich (noch per Post, war ja im letzten Jahrhundert) meine Bewerbung an den Verlag, und ein paar Wochen später übersetzte ich mein erstes Buch: "Bruce Springsteen - die Rolling Stone Fakten".
Billie Holiday mag es mir nachsehen, dass ich mir auf ihrer Stirn damals die Namen meiner Ansprechpartner notiert habe. Hat mir immerhin Glück gebracht.

Montag, 13. Oktober 2014

Finnland. Cool.

Schon ist sie wieder vorbei, die Buchmesse, mit dem üblichen, berauschenden Mix aus Networking, Arbeit, Information und Inspiration. Kreativ-Brainstorming mit dem Hannibal Verlag über Musikbücher von Mittelalter-Rock bis Club Culture, ein erster Blick auf das Original des phantastischen "Letters Of Note", das in einigen Wochen bei Heyne erscheint, lange Gespräche beim Querverlag, neue Projekte, neue Kontakte. Aber auch: viele großartige Lesungen von Autorinnen und Autoren aus dem Gastland Finnland.

Montag, 9. Juni 2014

Lieblingsbücher #1

Inspiriert von Joe Abercrombies "Half A King" mit seiner wikingischen Szenerie nahm ich wieder einmal Frans G. Bengtssons Wikinger-Klassiker "Die Abenteuer des Röde Orm" zur Hand - diesmal in der schwedischen Originalausgabe, die ich schon vor ein paar Jahren gekauft und dann zunächst ungelesen ins Regal gestellt hatte. Kaum war die erste Seite aufgeschlagen, war ich schon wieder mitten drin.


Mittwoch, 4. Juni 2014

Tschüss, Costa Rica, hallo, Gettland!


Darwen Arkwright erlebte sein neustes Abenteuer - soviel darf ich vielleicht schon verraten - nicht nur in Silbrica, sondern vor allem in Costa Rica, was mir Tropenunkundigem Gelegenheit gab, allerlei über Schnorchelgründe, Seilrutschen und jede Menge beunruhigend große Insekten zu erfahren.
Seit Anfang der Woche bin ich zumindest geistig wieder in kühleren Gefilden unterwegs: Joe Abercrombies neustes Buch Half A King ist lupenreine Wikinger-Fantasy mit einem jungen Antihelden und einer ordentlichen Auswahl an durchtriebenen, weiblichen wie männlichen Schurken. Königsschwur, so der deutsche Titel, übersetzt sich gerade wie von selbst, was sicher auch daran liegt, dass ständig so schöne Wörter wie Hacksilber, Bartaxt und Drachenschiff vorkommen. Da darf es im Herbst gerne mit Band 2 weitergehen.